MTA Engineering entwickelt energiesparendes Kühlsystem für die Sartorius AG

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Kältezentrale, Kaltwassersätze, Rückkühler

Mit dieser Kältelösung geht es aufwärts:
Container-Kältezentrale auf dem Dach spart dreifach

  • MTA Engineering entwickelt Outdoor-Konzept für Sartorius AG
  • weniger Raumbedarf, weniger Energie, weniger Kosten - fast 28 Prozent Energieeinsparung
     

Nettetal, Aug 2023. Produktionserhöhungen steigerten den Kühl- und Klimatisierungsbedarf der Sartorius AG in Göttingen. Das Problem: Der Standort der bisherigen Anlage bot wenig Platz für weitere Technik. Mit der Lösung ging es im wahrsten Sinne des Wortes aufwärts: Das Engineering-Team von MTA Deutschland packte die innovative Kältetechnik in Container und platzierte diese auf dem Gebäudedach. Die Anlage spart nicht nur Raum, sondern auch fast 28 Prozent Energie. Zudem arbeitet sie mit klimafreundlichem Kältemittel. Für die Kaltwasserversorgung während des 25-wöchigen Umbaus installierte MTA eine 800-Kilowatt-Mietkälteanlage mit frequenzgeregelten Pumpen und Wärmetauschern.
 

Sartorius am Standort Göttingen

 

Wachsender Kältebedarf: 2,6 bis 2,8 Megawatt

Die Kühlexperten von MTA analysierten zunächst die Ausgangssituation: Kältemaschinen im Gebäudekeller lieferten Kühlwasser für Ziehmaschinen, Ring-Vakuumpumpen, Maschinenkühlung etc., Tischkühler auf dem Dach übernahmen die Rückkühlung. „Allerdings schwächelte die 2-Megawatt-Anlage, die auch Klima-Kaltwasser für die Gebäudeklimatisierung bereitstellte – der Bedarf ist auf 2,6 bis 2,8 Megawatt gestiegen“, so Michael Escher, Geschäftsführer der MTA Deutschland GmbH.

Komplette Kältezentrale in vier Containern

Der bisher genutzte Keller bot wenig Raum für mehr Technik. Deshalb verstaute MTA die Kältezentrale in vier 20-Fuß-Containern und hob sie per Kran aufs Gebäudedach. „Wir haben alles vorinstalliert: Kältemaschinen, Pumpen, Wärmetauscher etc., samt Edelstahlverrohrung. Und steuern die Container-Zentrale über eigene Schaltschränke“, erklärt Markus Buschka, Leiter Engineering bei MTA. „Die eigens für das Projekt programmierte Siemens-S7-Regelung lässt sich per Touchpad und Funkfernbedienung überwachen und steuern.“

Die Kältespezialisten installierten am MTA-Hauptsitz in Nettetal die Technik in Containern vor. Parallel startete auf der Sartorius-Baustelle (Foto) in Göttingen bereits die Aufstellung der Stahlkonstruktionen für den Unterbau

 

Klimaschonende Technik – Freikühler mit Adiabatic-System

MTA setzte wassergekühlte Kältemaschinen aus der AQUARIUS-Serie mit stufenlos geregelten Schraubenverdichtern ein. Die Sonderausführung – mit größerem Verdampfer und größerer Kondensatorfläche – erhöht den Wirkungsgrad und erreicht so einen effizienteren Betrieb. Die Kaltwassersätze arbeiten mit dem klimaschonenden Low-GWP-Kältemittel R 513A. Die Rückkühler, zusätzlich zur freien Kühlung im Einsatz, haben V-förmige Verflüssigerregister und ein zusätzliches Adiabatic-System. Es kühlt die Außenluft bei höheren Temperaturen bis auf 21 Grad Celsius herunter, bevor diese auf die Register trifft. Das innovative Pad-System lässt sich bei unter 20 Grad manuell abklappen, um die Effizienz im Freikühlbetrieb noch zu erhöhen. Das minimiert zusätzlich Druckverluste auf der Luftseite und senkt dadurch den Stromverbrauch der Ventilatoren.

3 x RWD 1200 Wasser-Glykol-Rückkühler, Gesamtkälteleistung von 3.500 kW. Mit adiabater Hilfskühlung über PAD-System, manuell ausklappbar – höhere Energieeffizienz im Freikühlbetrieb

 

Wärmetauscher und Pufferspeicher realisieren Kühlwasser plus Klima-Kaltwasser

Die Sartorius-Produktion benötigt Kühlwasser und Klima-Kaltwasser. Daher installierte MTA zusätzliche Pufferspeicher und Wärmetauscher zur Systemtrennung. Sie passen die Wassertemperaturen an und realisieren das geforderte unterschiedliche Temperaturniveau: In den Produktionshallen benötigt das Unternehmen konstante 20 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent.

2 x AQP2 6602 SSC, wassergekühlte Kältemaschinen der AQUARIUS-Serie mit einer Gesamtkälteleistung von 2.900 kW. Sonderausführung mit größerem Verdampfer und mehr Kondensatorfläche und Low-GWP-Kältemittel R 513A

 

Rund 28 Prozent Energieersparnis

Die neue Anlage reduziert den Energieverbrauch gegenüber der alten jährlich um fast 28 Prozent. „Das Besondere unseres Konzeptes zur Nutzung freier Kühlung ist die hydraulische Einbindung. Üblicherweise bieten Rückkühler entweder Kondensator-Rückkühlung oder Freikühlung – unsere Lösung realisiert den stufenlosen Übergang bis hin zu 100 Prozent Freikühlung. Damit steigt der Freikühlanteil zusätzlich, der Energieverbrauch sinkt. On top entlastet dies die Kältemaschinen durch Reduzierung der Betriebsstunden“, unterstreicht Michael Escher.

„Ganzheitlicher Ansatz reduziert Schnittstellenprobleme“

„Der ganzheitliche Ansatz von MTA hat uns deshalb überzeugt: Wir haben alles aus einer Hand bekommen: Vorschläge, Konzept, Detail-Engineering, Inbetriebnahme. Das reduziert potenzielle Schnittstellenprobleme durch verschiedene Gewerke auf ein Minimum“, so Eckhard Hübner – er ist im Facility Management bei Sartorius verantwortlich für die Kältetechnik. Aktuell setzt MTA bereits weitere Projekte für die Sartorius AG in Göttingen um. Fortsetzung folgt.