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Sicherheitsventile sind Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküberschreitung.

Sicherheitsventile für Kälteanlagen

Sicherheitsventile sind Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküberschreitung. Da die Sicherheitsventile im Lieferwerk eine TÜV-Abnahme erhalten, die durch ein Abnahmeprotokoll bescheinigt wird, ist ein Öffnen der Ventile oder ein Verstellen der Federkraft nicht erlaubt.

Sicherheitsventile sind grundsätzlich nur in senkrechter Spindelstellung einzubauen. Sie sind vor der Druckprüfung der Anlage zu entfernen, durch Blindflansche zu ersetzen und erst nach Beendigung der Prüfung wieder einzubauen,

Sicherheitsventile mit Anlüfthebeln dürfen nicht mehr verwendet werden.

In die Ausblasleitung jedes Sicherheitsventils sollte gut sichtbar und kontrollierbar eine Ölvorlage mit Schauglas eingebaut werden. Sie erlaubt eine laufende Überprüfung auf Undichtigkeiten (Gasblasen im Öl) und verhindert Kondenswasser und Rost an der Spindel.

Zwischen Sicherheitsventil und dem zu sichernden Anlagenteil dürfen keine Absperrorgane vorhanden sein.

Bei Behältern die nicht entleert werden können, empfiehlt sich die Verwendung einer Wechselventil-Kombination mit zwei Sicherheitsventilen (s. Abb. 1). Aus dieser Abbildung geht auch die Funktionsweise hervor.

Darin enthalten sind zwei Darstellungen, die einfache Anordnung eines Wechselventils sowie eine, bei der dem Sicherheitsventil jeweils Berstscheiben vorgelegt sind. Dieser Aufbau findet bei besonderen Anforderungen auch in der Kältetechnik Anwendung. In diesem Fall ist das Sicherheitsventil über eine Entspannungsventil-Einheit atmosphärisch vollkommen entlastet und die primär wirksame Sicherheitseinrichtung gegen unzulässigen Überdruck im System ist die Berstscheibe. Das Sicherheitsventil kommt erst zur Wirkung, wenn die Berstscheibe bricht und die Entspannungsventil-Einheit schließt. Die Berstscheibe ist so etwas wie ein Einweg-Produkt. Sie hat den großen Vorteil, bis zur Auslösung vollkommen dicht zu wirken, darin liegt der Reiz der Verwendung. Sie hat die Nachtteile, bei Auslösung zerstört zu sein und danach nicht mehr zu schließen und weist mit etwa 10 % eine erheblich größere Auslösetoleranz auf als das Sicherheitsventil. Durch den Einsatz einer Wechselventil-Kombination bleibt die Anlage auch bei Prüfung und Reparatur des einen Sicherheitsventils durch das zweite Sicherheitsventil betriebsfähig.

 

Abb. 1: Wechselventil-Kombination mit Sicherheitsventilen

 

Sicherheitsventile für Kälteanlagen

 

Abb. 2: Abblasleistung von Sicherheitsventilen in NH3-Kälteanlagen, ausgedrückt als Äquivalent der Kälteleistung bei Abscheiderbetrieb to=-5°C

 

Sicherheitsventile für Kälteanlagen

 

Quelle:

IKET (Hrsg.)
Pohlmann Taschenbuch der Kältetechnik
Grundlagen, Anwendungen, Arbeitstabellen und Vorschriften

21., überarbeitete und erweiterte Auflage 2013
ISBN 978-3-8007-3393-4

VDE VERLAG GmbH, Berlin - Offenbach

 



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